In Erinnerungen graben

Foto: Ralph Köhler, November 2014, bearbeitet

Die von Frank Spade dankenswerterweise relaunchte Homepage, weiter von Gabriele Groschopp als Online-Redakteurin gepflegt, wird heute, am 5. Januar 2016 neu eröffnet.

 

In der seit etwa einem halben Jahr betriebenen Rubrik „Erinnerungen“ wird nach Biografischem gegraben, mindestens in Spatentiefe. Manche persönlichen Fußwege durchs Leben kreuzten sich mit denen anderer, mit mehr oder minder historischen Ereignissen oder Vorgängen.

Sie bekommen dadurch vielleicht eine gewisse gesellschaftliche Bedeutung oder haben für andere etwas Unterhaltungswert. Wieder anderes aus teilnehmender Beobachtung gehört einfach dokumentiert. Davon wiederum ist einiges schon gedruckt, etwa über mein Engagement für den „Verband der Freidenker der DDR“.

Zum obigen Foto: Es war Teil einer Aktion, die mich kurzzeitig zu etwas regionaler Berühmtheit führte (Freie Presse, Morgenpost, MDR). Dabei ging es um die Asphaltierung des Fußweges, deren Kosten als Spende an die Stadt Zwickau angesehen wurden und erst nach Stadtratsbeschluss von dieser angenommen und danach die Erlaubnis per Bescheid erteilt wurde; genau: die Erlaubnis, spenden zu dürfen; siehe pdf.

In loser Folge wird – relativ unsystematisch – Gesammeltes protokolliert.

Erinnerung 1 behandelt anhand einer Publikation, die in Kopie als pdf vorgestellt wird, warum ich 1962/63, in einem atheistischen Arbeiterhaushalt aufgewachsen, nicht religiös wurde.

Erinnerung 2 stellt das Projekt „Kulturumbruch in Ostdeutschland 1990“, dokumentiert dessen Geschichte. Der Text v ersteht sich als Beitrag zur „Wendeforschung“, konzentriert auf die Entstehung der „KulturInitiative’89“, den „Arbeitskreis Kommunale Kulturarbeit“. Er geht dabei auf die Erstaufklärung von Westexperten über die „kulturelle Substanz der DDR“ ein.

Erinnerung 3 klärt darüber auf warum der Betreiber dieser Homepage bereits in der Namengebung der HP solchen Wert auf das „Dr. habil.“ legt (obwohl man dafür nichts kaufen kann und eher komisch wirkt) und was dies damit zu tun hat, sich als Ossi darzustellen. Es zeigt sich nämlich in der Kommunikation, Bewerbungen müssen ja keine mehr geschrieben werden, dass über die politische Bedeutung der akademischen Grade „Dr. sc.“ und „Dr. habil.“ bei der Umwälzung des Hochschulwesens nach 1990 wenig Wissen besteht. Deshalb wird dies am eigenen Beispiel und anhand von drei Dokumenten illustriert.

Erinnerung 4 dokumentiert anhand von 18 persönlichen Originalen meine „Abwicklung“ aus der Kulturwissenschaft der Humboldt-Universität 1993-1996 und kommentiert diesen Vorgang mit öffentlicher Absicht und der Motivation, zur Aufhellung alter Vorgänge beizutragen.

Erinnerung 5 besitzt leider noch immer hohe Aktualität – was ich hier erst einmal nur andeuten, aber noch nicht aus dem Nähkästchen heraus besprechen kann. Dargestellt wird an zahlreichen Dokumenten, wie mich 1999/2001 die Kirche, die mich als Kleinstkind einmal taufte, mit Hilfe der staatlichen Finanzämter als Säumigen fand, zwar nicht zum Heil zurückführen konnte, aber noch Kirchensteuern einbehielt. Im Januar 2001, damals bereits hauptamtlicher Mitarbeiter des HVD Berlin, trat ich aus der Kirche aus. Die Frechheit in dem Vorgang trug sicher dazu bei, dass ich als Präsident des HVD – wie ebenfalls dokumentiert – Dezember 2004 die Berliner HVD-Kampagne „Weihnachtsamnestie im Kirchensteuerstreit“ zwei Jahre später die HVD-hpd-Aktion „Rasterfahndung nach Kirchensteuerflüchtigen“ unterstützte.

Kommentare

#1 Gast:

Dann grab mal schön ;-)